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Über mich
Gründerin des Projektes
Expertin & Zeugin
Koordination & Vernetzung
Aktuell Mitglied des Betroffenenrates der DDR-Kurkinder
Austausch, Recherche & Wissen
Engagement für Kinderschutz
Künstlerin Ulrike Tabor (Riike)
Professionelle Schauspielerin, Sprecherin & Synchronschauspielerin, Zirkus- und Theaterpädagogin, Regisseurin für Kinderprojekte, Schriftstellerin
Multidisziplinäre Künstlerin:
www.ulriketabor.de
Sprecherin & Synchron-Portfolio:
www.ulriketaborvoice.d
Über das Projekt
Warum dieses Projekt wichtig ist:
Die Stimmen der Kurkinder der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bleiben bislang im Schatten der deutschen und medialen Geschichte und verdienen es, wahrgenommen zu werden. Das Projekt schafft eine künstlerisch-dokumentarische Plattform, um ihre Erlebnisse sichtbar zu machen, zu sammeln, zu bewahren und in Form von Audioaufnahmen, Lesungen oder Ausstellungen erfahrbar zu machen.
Die Zeitzeugenberichte sollen dazu beitragen, Kinder in der Gegenwart und Zukunft wirksam zu schützen.
Im Fokus stehen die oft verschwiegenen Inlandskuren der DDR, die vielfach von belastenden Eindrücken und traumatischen Erfahrungen geprägt waren, wobei vereinzelt auch positive Erlebnisse berichtet werden. Auslandskuren hingegen wurden häufig als wohlwollender empfunden.
Aus der Geschichte lernen:
Mit der Dokumentation dieser Erfahrungen können wertvolle Lehren für den Schutz von Kindern heute gezogen werden, um sicherzustellen, dass solche einschneidenden Erlebnisse nicht in Vergessenheit geraten und sich nicht wiederholen.
Institutionelle Gewalt an Schutzbefohlenen ist ein gegenwärtiges Problem, weshalb der Aufbau von wirksamen Schutzkonzepten in Einrichtungen besonders wichtig ist.
Das Projekt dient dazu, das Bewusstsein für die Vergangenheit zu schärfen und die Rechte von Kindern zu stärken.
Zeitzeugnis senden
Wenn Sie ein Zeitzeugnis oder Material aus Ihrer Zeit im Kinderkurheim, Kindererholungsheim oder Kindersanatorium beitragen möchten, senden Sie dies bitte zusammen mit der ausgefüllten Einverständniserklärung an folgende E-Mail-Adresse: kontakt@ddrkurkinderstimmen.de.
Link zur Einverständniserklärung
Wichtige Informationen:
Alle Zeitzeugnisse werden anonym veröffentlicht. Sensible Angaben wie Namen und Orte in den Materialien werden geschwärzt.
Nähere Informationen finden Sie auf den entsprechenden Seiten:
Bei Fragen schreiben Sie an die genannte E-Mail-Adresse oder nutzen Sie das Kontaktformular.
Das Recht auf Gewaltfreiheit und Schutz
Die unbeschwerte Kindheit und der Glaube an Gewaltfreiheit gingen für viele Kinder während ihrer Zeit in den Kinderkuren verloren. Auch wenn die Erinnerungen fragmentiert oder tief abgespalten sind, leidet die Seele vieler noch heute. Die emotionalen und psychologischen Belastungen, die daraus resultieren, begleiten zahlreiche ehemalige DDR-Kurkinder bis ins Erwachsenenalter.
Neben positiven Erfahrungen wirft das Ungewisse Fragen zur eigenen Identität und den erlebten Traumata auf. Eine umfassende Erforschung und Aufarbeitung der Kinderkuren in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) ist notwendig, um den betroffenen Kindern Gehör zu verschaffen, ihre Erlebnisse zu würdigen und Lehren aus der Geschichte zu ziehen.
Diese Aufarbeitung kann nicht nur den ehemaligen Kurkindern helfen, sondern auch der Gesellschaft insgesamt, indem sie das Bewusstsein für die Folgen von Gewalt und Missbrauch schärft. Durch das Teilen dieser Geschichten kann eine Kultur des Verständnisses und der Gewaltfreiheit gefördert werden, die zukünftigen Generationen zugutekommt.
Kinderkuren in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)
In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) (1949–1989) wurden Millionen Kinder im Alter von 2 bis 15 Jahren*, allein und ohne Kontakt zu ihren Eltern, zu teils sechswöchigen Kinderkuren in staatliche Einrichtungen geschickt, um ihre Gesundheit zu stärken. Diese Kuren endeten nicht mit der Wende 1989, sondern fanden in einzelnen Fällen laut Rückmeldungen bis 1997* statt. Einige der DDR-Kurkinder hatten zuvor staatliche Einrichtungen wie Wochenkrippen besucht oder waren zusätzlich in Heimen oder Internaten untergebracht, während andere Adoptionen erlebten.
Die kollektive Erziehung in der DDR war politisch geprägt und fand in vielen Institutionen statt. Eltern hatten selten die Möglichkeit, den Kuraufenthalt zu unterbinden. Die Erfahrungen dieser Kuren prägten die Kindheit vieler und hinterließen oft belastende Eindrücke, einschneidende sowie traumatische Erfahrungen, während manche auch positive Erlebnisse machten. Die Erlebnisse der ehemaligen Kurkinder sind ein Teil der Nachkriegsgeschichte, der DDR-Geschichte und der Wendezeit und verdienen es, gewürdigt und erzählt zu werden.
Die Kinderkuren der DDR sind bislang wissenschaftlich kaum erforscht.
Historische Anmerkung: Abzug der sowjetischen Westgruppe der Truppen (WGT) aus dem deutschen Hoheitsgebiet 1994
*(laut Rückmeldungen der DDR-Kurkinder, Stand November 2025)
Themen der Kinderkuren in der DDR
Triggerwarnung: Der folgende Abschnitt enthält Themen, die institutionelle Gewalt zur Zeit des Kalten Krieges thematisieren. Bitte atme einmal tief durch, nimm deinen Körper im Hier und Jetzt wahr und mache eine Pause, wenn es dir nicht gut geht.
Nachfolgend sind die Themen der Kinderkuren aufgelistet:
- Kollektive Bestrafung: Die Auswirkungen und Erfahrungen von Kindern, die in Kurheimen unter kollektiver Bestrafung litten, und die langfristigen Folgen auf ihr Wohlbefinden.
- Heimweh: Die emotionalen Herausforderungen und das Heimweh, das viele Kinder während ihrer Zeit in Kurheimen erlebten, sowie die Bewältigungsmechanismen, die sie entwickelten.
- Briefzensur: Zensierte und kontrollierte Briefe.
- Essenzwang: Zwang zur Nahrungsaufnahme und die damit verbundenen psychischen und physischen Auswirkungen.
- Mobbing: Die Erfahrungen von Kindern, die Mobbing in Kurheimen erlitten haben, und die Auswirkungen auf ihr Selbstwertgefühl und ihre soziale Integration.
- Vernachlässigung: Die Erfahrungen von Vernachlässigung, die Kinder in Kurheimen erlitten haben, und die Auswirkungen auf ihre psychische und physische Gesundheit.
- Peer-Gewalt: Die Dynamiken von Peer-Gewalt in Kurheimen, einschließlich der Ursachen und Auswirkungen.
- Se*ualisierte Gewalt: Die Berichte über sexualisierte Gewalt, die in verschiedenen Kurheimen vorkamen, und die Notwendigkeit, diese Themen offen zu thematisieren und zu adressieren.
- Medikamente: Die Erforschung und Auswirkungen von der Vergabe von Medikamenten in Kinderkurheimen, einschließlich der Gründe für ihre Verschreibung, der potenziellen Risiken und Nebenwirkungen sowie der ethischen Überlegungen im Umgang mit Kindern.
- Erinnerungslosigkeit: Die Thematik der Erinnerungslosigkeit und deren Einfluss auf die Verarbeitung der Erfahrungen in den Kinderkurheimen, einschließlich der Gründe, die über psychologische Ursachen hinausgehen, wie beispielsweise Sedierungen.
- Fehlende Dokumentation: Die Vernichtung von Akten und das Fehlen wichtiger Aufzeichnungen erschweren die Aufarbeitung der DDR-Kinderkuren erheblich. Dazu gehören das Fehlen von Vermerken im Sozialversicherungsausweis, Entlassungsberichten sowie Informationen darüber, wer die Kurheime betrieben hat und wohin die Kinder verschickt wurden. Auch viele Eltern wissen oft nicht mehr, wohin ihre Kinder zur Kur geschickt wurden. Diese Lücken in der Dokumentation behindern das Verständnis der Erfahrungen und der Auswirkungen auf die betroffenen Kinder.
- Positive Erfahrungen: Die Merkmale und Bedingungen, die zu positiven Erfahrungen in Kinderkurheimen beitragen. Dazu gehören eine unterstützende Umgebung, qualifiziertes Personal, individuelle Betreuung und die Förderung von sozialen Interaktionen. Gute Aufenthalte können das Wohlbefinden der Kinder stärken und ihnen helfen, positive Erinnerungen an ihre Zeit in der Einrichtung zu entwickeln.
- Eltern: Der (Nicht-)Kontakt zu den Eltern und die damit verbundene Thematik der Schuld.
- Mehrere Kuraufenthalte: Viele Kinder wurden trotz vorheriger Traumata mehrfach zur Kur geschickt.
- Aufwachsen in mehreren Institutionen: Die Erfahrungen von Kindern in institutionellen Erziehungseinrichtungen über die Kur hinaus, einschließlich Wochenkrippen und Internaten.
- Machtmissbrauch: Die Dynamiken des Machtmissbrauchs in Kurheimen, wie er sich manifestiert und welche Auswirkungen er auf die betroffenen Kinder hat.
- Politische Erziehung im Kalten Krieg: Die Rolle der politischen Erziehung während des Kalten Krieges, insbesondere in der DDR, und wie diese Erziehung die Identität und das Weltbild der Kinder prägte.
- Schwarze Pädagogik: Die Rolle der sogenannten „schwarzen Pädagogik“ in der Erziehung von Kindern in Kurheimen, einschließlich der Methoden und deren langfristigen psychologischen Folgen.
- Spät- und Langszeitfolgen: Langfristige Auswirkungen der Erfahrungen in den Kurheimen.
- Fehlende Schutzkonzepte: Die Auswirkungen fehlender Schutzkonzepte in den Einrichtungen, um das Wohl der Kinder zu gewährleisten.
Social Media
Die auf dieser Website und in den zugehörigen Social-Media-Kanälen veröffentlichten Berichte beruhen auf persönlichen Erinnerungen ehemaliger Kurkinder in der DDR. Zum Schutz der Privatsphäre wurden alle personenbezogenen Angaben anonymisiert. Bitte beachten Sie, dass die Inhalte emotional belastend sein können.
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Das Projekt mit künstlerisch-dokumentarischem Fokus wird ehrenamtlich und unabhängig betrieben. Ziel ist die Aufarbeitung, Aufklärung und Dokumentation historischer Erfahrungen der DDR-Kinderkuren, um zukünftiges Unrecht zu verhindern.
